ÖKG-Forschungspreise an Innsbrucker KardiologInnen

03.07.2024
Im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) 2024 wurden drei junge Kardiologen aus Innsbruck für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen ausgezeichnet:

Der begehrte "Österreichische Kardiologenpreis" für die beste Publikation ging dieses Jahr an Martin Reindl. Er wurde für seine Arbeit mit dem Titel "Cardiac Magnetic Resonance Imaging Versus Computed Tomography to Guide Transcatheter Aortic Valve Replacement: A Randomized, Open-Label, Noninferiority Trial" ausgezeichnet. Die randomisierte, akademische Eigenstudie wurde als ‚Late-Breaking Trial‘ am Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie 2023 erstvorgestellt und simultan im renommierten Journal Circulation publiziert. Das Studienteam unter der Leitung von Bernhard Metzler und Sebastian Reinstadler an der Universitätsklinik für Kardiologie konnte in einem Kooperationsprojekt mit der hiesigen Univ-Klinik für Radiologie um Agnes Mayr und dem Klinikum Wels-Grieskirchen erstmals in einem randomisierten Setting zeigen, dass eine MRT-gesteuerte Planung von TAVI-Prozeduren dem etablierten, CT-gesteuerten Vorgehen nicht unterlegen ist. Diese Studie eröffnet die Option einer klinisch schonenderen TAVI-Planung mittels MRT.

Die ÖKG fördert innovative Projekte im Bereich der Herz-Kreislaufmedizin und vergibt jährlich das kompetitive "Präsidenten-Stipendium" an hochtalentierte Nachwuchswissenschaftlerinnen in Österreich. In diesem Jahr wurde Ivan Lechner mit diesem Forschungsstipendium in Höhe von 50.0000 Euro ausgezeichnet. Das eingereichte interdisziplinäre Projekt führt Lechner von der Arbeitsgruppe von Bernhard Metzler und Sebastian Reinstadler in Zusammenarbeit mit der Univ.-Klinik für Innere Medizin V, dem Institut für Humangenetik und der Univ.-Klinik für Radiologie durchgeführt. In dieser Arbeit soll der Zusammenhang zwischen klonaler Hämatopoese unklarer Signifikanz (CHIP) und mikrovaskulärer Schädigung nach ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI) genauer untersucht werden. Sowohl CHIP als auch die mikrovaskuläre Gewebsschädigung, welche mittels kardialer MRT untersucht werden kann, sind eng mit Entzündungsprozessen verknüpft. Ein tieferes Verständnis von CHIP im Kontext des STEMI könnte potenzielle Therapieoptionen für die mikrovaskuläre Schädigung aufzeigen. Diese Schädigung ist ein Faktor, der mit einer schlechteren Prognose verbunden ist und bislang noch nicht effektiv verhindert werden kann.

Fabian Theurl, Assistenzarzt an der Univ. Klinik für Innere Medizin III und Forschungsmitglied in der Arbeitsgruppe um Axel Bauer, erhielt für sein Projekt "Continuous smartwatch-based biosignal monitoring in heart failure patients" das mit 20.000 Euro dotierte Forschungsstipendium der Österreichischen kardiologischen Gesellschaft. Wie in einer kürzlich publizierten Arbeit der Gruppe gezeigt werden konnte, lassen sich wertvolle Informationen über den Gesundheitszustand von PatientInnen aus den Puls-Photoplethysmographischen Signalen herkömmlicher Smartwatches beziehen. Ziel des Projektes ist es nun im Rahmen einer Pilot-Studie in Kooperation mit dem Reha Zentrum Münster zu untersuchen, wie diese Informationen genützt werden können, um PatientInnen mit Herzschwäche langfristig kontinuierlich zu monitorisieren und so drohenden klinischen Events vorzubeugen.

Bild (v.l.n.r.): Prof. Bernhard Metzler, Prof. Sebastian Reinstadler, Dr. Martin Reindl, Dr. Ivan Lechner, Dr. Fabian Theurl, Prof. Axel Bauer


Text: MUI
Bild: Thomas Schütz

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