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Angiologie

Forschungsschwerpunkte Dr. Kirchmair und Dr. Theurl

Blutgefäßneubildung (Angiogenese) durch die Neuropeptide Secretoneurin und Catestatin

Proteine von neuroendokrinen Speichervesikel dienen (neben anderen Funktionen) auch als Vorstufe von biologisch aktiven Peptiden. So konnten wir nachweisen, dass aus einem dieser Proteine, Secretogranin II, das Neuropeptid Secretoneurin entsteht, das neben vielen anderen Effekten, auch zu einer Neubildung von Blutgefäßen führt. In Tiermodellen von Durchblutungsstörungen des Beines und des Herzens wurde in ischämischen Muskelzellen vermehrt Secretoneurin gebildet und die Gentherapie mit einem Secretoneurin Plasmid zeigte eine Verbesserung der Durchblutung durch Neubildung von Kapillaren und Arteriolen/Arterien. Dies war in der Beinischämie mit verminderten Gewebsdefekten und in der myokardialen Ischämie mit einer Verminderung der Infarktgröße und einer Verbesserung der Herzfunktion verbunden. Auch in Tiermodellen von Erkrankungen mit hohem vaskulärem Risiko, wie Hypercholesterinämie oder Diabetes Mellitus, waren diese positiven Effekte bei Durchblutungsstörungen nachweisbar. In Tiermodellen des Diabetes Mellitus Tyo II zeigte die Plasmid Gentherapie mit Secretoneurin auch positive Effekte auf Wundheilungsstörungen und der diabetischen Neuropathie. Mechanistisch scheint die stärkere Wirksamkeit von klassischen Wachstumsfaktoren wie Vascular Endothelial Growth Factor oder Basic Fibroblast Growth Factor durch verstärkte, Secretoneurin-induzierte Bindung dieser Faktoren an deren Rezeptoren, entscheidend zu sein.
Catestatin stellt ein ebenfalls ein Neuropeptid dar, das aus dem Vorläufermolekül Chromogranin A, einem weiteren Protein der neuroendokrinen Speichervesikel, gebildet wird. Auch Catestatin zeigte eine angiogenetische Wirkung, verbesserte die Beinischämie und war in der Wirkung teilweise vom Basic Fibroblast Growth Factor abhängig.
Die Behandlung von Durchblutungsstörungen mit angiogenetischen Faktoren scheint eine erfolgversprechende Therapiestrategie zu sein, klinische Studien mit Plasmiden waren aber zuletzt negativ. Neben Studiendesign und Patientenselektion dürfte auch die geringe Transfektionseffizienz von Plasmiden beim Menschen eine Rolle zu spielen. Wir möchten daher als eines unserer nächsten Projekte Gentherapie Vektoren für Secretoneurin und Catestatin auf Basis von Adeno-assoziierten Viren etablieren. Ein weiteres Projekt stellt die Erforschung von Secretoneurin-mediierten Effekten auf das lymphatische System dar. Schlussendlich untersuchen wir derzeit die Auswirkungen des Transkriptionsfaktors REST auf die Expression von Secretoneurin und Catestatin in Herz- und Skelett-Muskelzellen, Zelltypen die unter ischämischen Bedingungen diese Faktoren produzieren aber eigentlich keine neuroendokrinen Zellen darstellen.

Vaskuläre Effekte von Tyrosin-Kinase Inhibitoren

Tyrosin-Kinase Inhibitoren (TKI) haben die Therapie vieler Erkrankungen besonders jedoch der chronisch myeloischen Leukämie (CML) revolutioniert. Im Vergleich zur Standardtherapie mit Imatinib zeichnen sich neuere TKIs zur Behandlung dieser Erkrankung wie Nilotinib, Bosutinib oder Ponatinib durch stärkere Wirksamkeit teilweise auch bei sonst therapie-refraktären Mutationen aus. Nilotinib und Ponatinib weisen jedoch auch vermehrt kardiovaskuläre Nebenwirkungen wie periphere arterielle Verschlusskrankheit, Myokardinfarkt oder Apoplex auf. Wir untersuchten die Wirkung von Nilotinib auf vaskuläre Endothelzellen und Tiermodellen von Blutgefäßneubildung (Angiogenese; s.a. erstes Kapitel) und Atherosklerose. Nilotinib zeigte eine Dosis-abhängige Hemmung von Endothelzell-Proliferation, Inhibierung von Angiogenese und steigerte die Bildung von atherosklerotischen Plaques. Ponatinib hemmte bereits in sehr niedrigen Dosierungen die auch in Patienten erreicht werden die Endothelzell-Funktion, schränkte jedoch Angiogenese nur in geringem Ausmaß ein und führte zu keiner Zunahme atherosklerotischer Läsionen. Ponatinib bewirkte jedoch eine Veränderung der Vasomotorik und zeigte eine Hemmung der Vasorelaxation und stimulierte Vasokonstriktion. Zusammengefasst scheinen die vaskulären Nebenwirkungen von Nilotinib durch Stimulation der Atherosklerose und bei Ponatinib durch Vasospasmen verursacht zu werden. Durch diese Erkenntnisse könnte eine zielgerichtete Therapie bzw. Prophylaxe von vaskulären Nebenwirkungen durch diese Medikamente ermöglicht werden.

Klinische Schwerpunkte der Angiologischen Ambulanz

In der Angiologischen Ambulanz werden v.a. Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) und venöser Thromboembolie (VTE) behandelt. Neben einer ausführlichen Anamnese und klinischen Untersuchung wird eine Sonographie der Gefäße zur Beurteilung von Gefäß-Stenosen oder –Verschlüssen (bei pAVK) bzw. zum Nachweis von venösen Thrombosen (bei VTE) durchgeführt. Bei pAVK Patienten erfolgt außerdem die Messung des Knöchel/Arm-Index, also des Blutdruckes an den Knöcheln verglichen zu den Armen, einem sehr sensitiven Marker zur Diagnose dieser Erkrankung. Falls eine pAVK oder VTE diagnostiziert wird erfolgt in der Angiologischen Ambulanz eine Beratung über Allgemeinmaßnahmen und die medikamentöse Therapie, also die Sekundärprohylaxe bei pAVK (Cholesterinsenkung, ggf. Thrombozytenaggregationshemmer, Therapie einer arteriellen Hypertonie bzw. eines Diabetes Mellitus) bzw. einer Antikoagulation bei VTE. Es werden regelmäßige Kontrolltermine zur Adaptierung der Therapie (z.B. Dauer und Dosierung einer Antikoagulation bei VTE) vereinbart. Falls eine weiterführende endovaskuläre oder operative Therapie erfolgen soll wird der Patient der Radiologie bzw. der Gefäßchirurgie zugewiesen.
Häufig werden auch Untersuchungen der Halsgefäße (Carotis und Vertebralis Arterie) insbesondere vor herzchirurgischen Operationen durchgeführt. Bei hochgradigen Stenosen oder bei unklarer neurologischer Symptomatik erfolgt die Zuweisung an die Neurologie.
Ein weiterer Schwerpunkt stellt die Untersuchung von Komplikationen arterieller Punktionen zum Ausschluss von Hämatomen, Pseudoaneurysmen, Blutgefäßverschlüssen und AV-Fisteln dar.
Seltenere Krankheitsbilder die an der Angiologischen Ambulanz behandelt werden sind Blutgefäßentzündungen (Vaskulits) der großen Gefäße, Aneurysmen, Raynaud Phänomen, oberflächliche Venenthrombosen, Thrombosen der oberen Extremität, Nierenarterienstenosen und Stenosen der viszeralen Arterien.
Einen weiteren Schwerpunkt der Angiologischen Ambulanz stellt die Wundambulanz dar, an der, gemeinsam mit speziell geschultem Pflegepersonal, Patienten mit chronischen Wunden auf dem Boden venöser Insuffizienz, pAVK, diabetischer Neuropathie oder gemischter Genese behandelt werden.

Ausgewählte Publikationen

  • Theurl M, Schgoer W, Albrecht-Schgoer K, Lener D, Wolf D, Wolf M, Demetz E, Tymoszuk P, Tancevski I, Fischer-Colbrie R, Franz WM, Marschang P, Kirchmair R (2015) Secretoneurin gene therapy improves hind limb and cardiac ischaemia in Apo E-/- mice without influencing systemic atherosclerosis. Cardiovasc Res.105:96-106.
  • Albrecht-Schgoer K, Barthelmes J, Schgoer W, Theurl M, Nardin I, Lener D, Gutmann C, Dünnhaupt S, Bernkop-Schnürch A, Kirchmair R. (2017) Nanoparticular delivery system for a secretoneurin derivative induces angiogenesis in a hind limb ischemia model. J Control Release. 250:1-8.
  • Hadzijusufovic E, Albrecht-Schgoer K, Huber K, Hoermann G, Grebien F, Eisenwort G, Schgoer W, Herndlhofer S, Kaun C, Theurl M, Sperr WR, Rix U, Sadovnik I, Jilma B, Schernthaner GH, Wojta J, Wolf D, Superti-Furga G, Kirchmair R, Valent P (2017) Nilotinib-induced vasculopathy: identification of vascular endothelial cells as a primary target site. Leukemia. doi: 10.1038/leu.2017.245. [Epub ahead of print].
  • Theurl M, Lener D, Albrecht-Schgoer K, Beer A, Schgoer W, Liu Y, Stanzl U, Fischer-Colbrie R, Kirchmair R. (2018) Gene therapy with the angiogenic neuropeptide secretoneurin ameliorates experimental diabetic neuropathy. FASEB J. 32(9):4815-4823.
  • Gollmann-Tepeköylü C, Lobenwein D, Theurl M, Primessnig U, Lener D, Kirchmair E, Mathes W, Graber M, Pölzl L, An A, Koziel K, Pechriggl E, Voelkl J, Paulus P, Schaden W, Grimm M, Kirchmair R, Holfeld J. (2018) Shock Wave Therapy Improves Cardiac Function in a Model of Chronic Ischemic Heart Failure: Evidence for a Mechanism Involving VEGF Signaling and the Extracellular Matrix. J Am Heart Assoc.16;7(20):e010025.
  • Zehetner C, Bechrakis NE, Stattin M, Kirchmair R, Ulmer H, Kralinger MT, Kieselbach GF (2015) Systemic counterregulatory response of placental growth factor levels to intravitreal aflibercept therapy. Invest Ophthalmol Vis Sci. 56:3279-86.
  • Feistritzer HJ, Klug G, Reinstadler SJ, Gröber MT, Mair J, Kirchmair R, Henninger B, Franz WM, Metzler B. (2015) Fetuin-A is related to infarct size, left ventricular function and remodelling after acute STEMI. Open Heart. 2:e000244.
  • Holfeld J, Tepeköylü C, Reissig C, Lobenwein D, Scheller B, Kirchmair E, Kozaryn R, Albrecht-Schgoer K, Krapf C, Zins K, Urbschat A, Zacharowski K, Grimm M, Kirchmair R, Paulus P. (2016) Toll-like receptor 3 signalling mediates angiogenic response upon shock wave treatment of ischaemic muscle. Cardiovasc Res. 109:331-43.
  • Reindl M, Reinstadler SJ, Feistritzer HJ, Mueller L, Koch C, Mayr A, Theurl M, Kirchmair R, Klug G, Metzler B. (2017) Fibroblast growth factor 23 as novel biomarker for early risk stratification after ST-elevation myocardial infarction. Heart 103:856-862.
  • Valent P, Hadzijusufovic E, Hoermann G, Füreder W, Schernthaner GH, Sperr WR, Kirchmair R, Wolf D. (2017) Risk factors and mechanisms contributing to TKI-induced vascular events in patients with CML. Leuk Res. 59:47-54.
  • Brenner C, Margreitter J, Gratl A, Klocker J, Kirchmair R, Marschang P, Friedrich G, Metzler B, Moes N. (2018) Femoral access site closure without prior femoral angiography : A retrospective analysis. Wien Klin Wochenschr. 130:197-203.
  • Brenner C, Fuehring R, Niederseer D, Kirchmair R, Haid C, Liebensteiner M.
  • (2018)Driving ability after right-sided puncture of the common femoral artery during coronary angiography. Clin Res Cardiol. 107(10):881-886.
  • Noflatscher M, Schreinlechner M, Sommer P, Kerschbaum J, Berggren K, Theurl M, Kirchmair R, Marschang P. (2018) Influence of Traditional Cardiovascular Risk Factors on Carotid and Femoral Atherosclerotic Plaque Volume as Measured by Three-Dimensional Ultrasound. J Clin Med. 31;8(1) doi: 10.3390/jcm8010032.
  • Schreinlechner M, Noflatscher M, Kremser C, Steiger R, Grömer J, Theurl M, Kirchmair R, Mayr A, Marschang P. (2019) A Large Bifurcation Angle Is Strongly Associated With Increased Plaque Volume and Plaque Progression. JACC Cardiovasc Imaging. pii: S1936-878X(19)30456-5. doi: 10.1016/j.jcmg.2019.05.006
  • Gollmann-Tepeköylü C, Pölzl L, Graber M, Hirsch J, Nägele F, Lobenwein D, Hess MW, Blumer MJ, Kirchmair E, Zipperle J, Hromada C, Mühleder S, Hackl H, Hermann M, Khamisi HA, Förster M, Lichtenauer M, Mittermayr R, Paulus P, Fritsch H, Bonaros N, Kirchmair R, Sluijter JPG, Davidson S, Grimm M, Holfeld J. (2019) miR-19a-3p containing exosomes improve function of ischemic myocardium upon shock wave therapy. Cardiovasc Res. 2019 Aug 13. pii: cvz209. doi: 10.1093/cvr/cvz209.
  • Saussele S, Haverkamp W, Lang F, Koschmieder S, Kiani A, Jentsch-Ullrich K, Stegelmann F, Pfeifer H, La Rosée P, Goekbuget N, Rieger C, Waller CF, Franke GN, le Coutre P, Kirchmair R, Junghanss C. (2019) Ponatinib in the Treatment of Chronic Myeloid Leukemia and Philadelphia Chromosome-Positive Acute Leukemia: Recommendations of a German Expert Consensus Panel with Focus on Cardiovascular Management. Acta Haematol. doi: 10.1159/000501927.

Arbeitsgruppe Marschang

Forschungsschwerpunkte

Lipoproteinrezeptoren der LDL-Rezeptorfamilie

Die Mitglieder der low-density Lipoprotein (LDL)-Rezeptorfamilie sind membranständige Rezeptoren mit gemeinsamen Strukturmerkmalen, die eine Vielzahl wichtiger physiologische Funktionen kontrollieren. Das am längsten bekannte Mitglied ist der LDL Rezeptor, der für die Aufnahme und Elimination von cholesterinhaltigen Lipoproteinen aus dem Plasma in die Leber verantwortlich ist. Beim Fehlen von funktionellen LDL Rezeptoren wird das Krankheitsbild der familiären Hypercholesterinämie mit exzessiv erhöhten Cholesterinwerten und Herzinfarkten bereits im Kindesalter beobachtet. Andere Mitglieder der LDL-Rezeptorfamilie spielen eine wichtige Rolle bei der Regulation der Aktivität extrazellulärer Proteasen, bei der Rückresorption von Vitaminen in der Niere sowie bei der korrekten Anordnung von Neuronen im Rahmen der Entwicklung des zentralen Nervensystems. Für diese Funktionen ist neben der klassischen Rolle der rezeptorvermittelten Endozytose auch die Übermittlung von Signalen an das Zellinnere über Adaptorproteine für LDL Rezeptorfamilienmitglieder wichtig.

Das LDL Rezeptor-related Protein 1b (LRP1b) ist ein Mitglied der LDL Rezeptorfamilie und gehört mit 600 kDa zu den größten bekannten Membranrezeptoren. Das LRP1b Gen ist in verschiedenen Tumorzellen (z.B. nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomzellen) häufig inaktiviert, weshalb LRP1b als putativer Tumorsuppressor gilt. Die LRP1b Expression ist auf einige wenige Organe (Gehirn, Schilddrüse, Skelettmuskulatur, Hoden) beschränkt, zusätzlich wurde der Rezeptor in glatten Muskelzellen der Arterienwand beschrieben. Auch einige der bisher identifizierten extrazellulären Liganden (apoE tragende Lipoproteine, Fibrinogen) weisen auf eine mögliche Funktion von LRP1b in der Pathogenese der Atherosklerose hin. In unserem Labor ist es erstmals gelungen, ein Expressionskonstrukt mit einem rekombinanten full-lenght LRP1b Rezeptor zu klonieren. Durch Transfektions dieses Konstrukts in Lungenkarzinomzellinien konnte gezeigt werden, dass LRP1b das Wachstum dieser Zellen tatsächlich inhibiert. Derzeit wird der Effekt von Rezeptorfragmenten und mutierten LRP1b Rezeptoren in einem Zellkulturmodel untersucht. 

Pathogenese und Progression der Atherosklerose

Die Atherosklerose stellt mit ihren klinischen Endpunkten koronare Herzkrankheit, ischämischer Schlaganfall und periphere Verschlusskrankheit die häufigste Todesursache in der westlichen Welt dar. Die Pathogenese atherosklerotischer Veränderungen in der Arterienwand ist ein komplexer Vorgang, an dessen Anfang die Einlagerung von cholesterinreichen Lipoproteinen in die Arterienwand steht. In der Folge kommt es zur Einwanderung von Leukozyten und zur Bildung von Schaumzellen durch Phagozytose von Cholesterinestern. Je nachdem, ob fibrosierende oder proteolytische Prozesse überwiegen, entstehen daraus stabile oder instabile Plaques, wobei vor allem letztere nach Ruptur zur Verlegung des Gefäßes durch einen Thrombus führten können.

Seit kurzem ist es möglich, das Volumen atherosklerotischer Plaues mittels einer dreiddimensionalen Ultraschallmethode in peripheren Arterien exakt zu vermessen. In einer Studie an 400 Patienten, bei denen diese Messung jährlich durchgeführt wurde, konnten wir die hauptsächlichen Risikofaktoren für Plaques in der Arteria carotis (Hyperlipidämie, Hypertonie, Alter) und in der Femoralarterie (Rauchen, Hypertonie, Alter) identifizieren. Eine Subanalyse von Patienten mit asymmetrischer Plaqueverteilung ergab, dass ein größerer Bifurkationswinkel (gemessen mit Magnetresonanztomographie oder Ultraschall) mit mehr Plaquevolumen auf der jeweiligen Seite assoziiert ist. Im Rahmen dieser Untersuchungen konnten wir auch eine früh einsetzende Menopause als zusätzlichen, geschlechtsspezifischen Risikofaktor identifizieren. Weitere, derzeit laufende Untersuchungen beschäftigen sich mit der Frage, ob Biomarker wie zum Beispiel das lösliche P-Selectin mit der Progression der Atherosklerose (gemessen als Plaquevolumen in der A. carotis und A. femoralis) korrelieren.

Neue Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie der venösen Thromboembolien

Laut Statistik Austria werden pro Jahr in Österreich über 8.000 Patienten mit einer Pulmonalembolie als Hauptdiagnose von einem stationären Aufenthalt entlassen. Leider wird eine Pulmonalembolie nicht immer rechtzeitig festgestellt und behandelt. Nach hochgerechneten und Autopsiedaten ist in Österreich pro Jahr mit etwa 4.000 Todesfällen an einer Lungenembolie, welche nicht selten auch junge und zuvor gesunde Menschen betreffen, zu rechnen. Damit steht die Pulmonalembolie an dritter Stelle der kardiovaskulären Todesursachen. Wichtige Risikofaktoren stellen operative Eingriffe, Verletzungen, Immobilisierungen, maligne Erkrankungen sowie weibliche Hormone (Östrogene) dar. Auch wenn eine Lungenembolie überlebt wird, ist in der Folge die Prognose nicht immer günstig. So sind ein Jahr später nur knapp mehr als die Hälfte der Patienten am Leben. Unsere Forschungsgruppe hat in den letzten Jahren an zahlreichen multizentrischen Studien zur Therapie der venösen Thrombo-embolie (Phase Ib – IV) teilgenommen, zusätzlich wurden an einer akademischen Studie zur Evaluation eines diagnostischen Algorithmus teilgenommen. In einer Fallserie konnten wir die Wirksamkeit und Sicherheit einer neuen Methode (Ultraschall assistierte kathetergesteuerten Thrombolyse – USAT) bei intermediate-high risk Pulmonalembolie) belegen.

Abbildung: Verbesserung der Rechtsherzbelastung 3 Tage und 3 Monate nach USAT.

Team

Arbeitsgruppenleiter
Ao. Univ.-Prof. Dr. Peter Marschang (dzt. karenziert)   Peter.Marschang@i-med.ac.at

Wissenschaftliche Mitarbeiter

  • Dr. Maria Noflatscher
  • Dr. Michael Schreinlechner
  • Dr. Philip Sommer
  • Fabian Mair, MSc
  • Daniela Lener, BSc 

Study Nurse

  • Valentina Gulic

Medizinischer Diplomand

  • Philipp Deutinger 

Drittmittel

FWF Projekt P20825-B05: Rolle von LRP1b bei Krebs und Atherosklerose (2008 – 2012)
Jubiläumsfondsprojekt Nr. 15656 der ÖNB: Korrelation von atherosklerotischem Plaquevolumen und Intima-Media-Dicke mit löslichem P-Selektin (2014 - 2019)

Kooperationen

Univ.-Prof. Dr. Herbert Lindner, Sektion für klinische Biochemie, Biocenter, Medizinische Universität Innsbruck
Prof. Dr. Joachim Herz, Department of Molecular Genetics, UT Southwestern Medical Center, Dallas, TX, USA.

Links

http://www.aas.at
http://www.gefaesse.at
http://www.utsouthwestern.edu
http://examinethrombosis.com

Ausgewählte Publikationen

  • Marschang P, Herz J (2003): Mouse models as tools for dissecting disorders of lipoprotein metabolism; Seminars in Cell and Developmental Biology 14:25-35.
  • Herz J, Marschang P (2003): Coaxing the LDL receptor family into the fold; Cell 112:289-292.
  • Marschang P, Brich J, Weeber EJ, Sweatt JD, Shelton JM, Richardson JA, Hammer RE, Herz J (2004): Normal development and fertility of knockout mice lacking the tumor suppressor gene LRP1b suggests functional compensation by LRP1; Molecular and Cellular Biology, Mol Cell Biol 24:3782-93.
  • Marschang P, Friedrich GJ, Ditlbacher H, Stoeger A, zur Nedden D, Kirchmair R, Dienstl A, Pachinger, O, Patsch JR (2006). Reduction of soluble P-selectin by statins is inversely correlated with the progression of coronary artery disease. International Journal of Cardiology 106:183-190. 
  • Marschang P, Götsch C, Kirchmair R, Kaser S, Kähler CM, Patsch JR (2006). Postprandial, but not postabsorptive low-density lipoproteins increase the expression of intercellular adhesion molecule-1 in human aortic endothelial cells. Atherosclerosis 186:101-106.  
  • Marschang P, Sandhofer A, Ritsch A, Fiŝer I, Kvas E, Patsch JR (2006). Plasma cholesteryl ester transfer protein concentrations predict cardiovascular events in patients with coronary artery disease treated with pravastatin. Journal of Internal Medicine 260:151-159. 
  • Pechlaner C, Marschang P. (2007). Dabigatran versus enoxaparin after total hip replacement. Lancet 370:2002.
  • Marschang P, Niederwanger A, Gasser RW, Daniaux M, Sturm W (2008). Symptomatic Upper Extremity Deep Vein Thrombosis As A Complication Of Ambulatory Blood Pressure Monitoring. Thromb Haemost 100:711-712.
  • EINSTEIN Investigators, Bauersachs R, Berkowitz SD, Brenner B, Buller HR, Decousus H, Gallus AS, Lensing AW, Misselwitz F, Prins MH, Raskob GE, Segers A, Verhamme P, Wells P, Agnelli G, Bounameaux H, Cohen A, Davidson BL, Piovella F, Schellong S. (2010) Oral rivaroxaban for symptomatic venous thromboembolism. N Engl J Med. 363:2499-510.
  • Haas J, Beer AG, Widschwendter P, Oberdanner J, Salzmann K, Sarg B, Lindner H, Herz J, Patsch JR, Marschang P (2011). LRP1b shows restricted expression in human tissues and binds to several extracellular ligands, including fibrinogen and apoE-carrying lipoproteins. Atherosclerosis 216:342-7
  • Marschang P (2012). Deep vein thrombosis of the arms. In G. Cheng (ed) Deep vein thrombosis. Intech 2012;129-42.
  • EINSTEIN–PE Investigators, Büller HR, Prins MH, Lensin AW, Decousus H, Jacobson BF, Minar E, Chlumsky J, Verhamme P, Wells P, Agnelli G, Cohen A, Berkowitz SD, Bounameaux H, Davidson BL, Misselwitz F, Gallus AS, Raskob GE, Schellong S, Segers A. (2012) Oral rivaroxaban for the treatment of symptomatic pulmonary embolism. N Engl J Med 366:1287-97.
  • Agnelli G, Buller HR, Cohen A, Curto M, Gallus AS, Johnson M, Porcari A, Raskob GE, Weitz JI, ; AMPLIFY-EXT Investigators (2013). Apixaban for extended treatment of venous thromboembolism. N Engl J Med 368:699-708.
  • Kirchmair R., Marschang P (2013). Medical therapy for peripheral vascular disease. In Minar E, Schillinger M. (ed) Peripheral vascular disease: basic & clinical perspectives. Future Medicine, London 2013; 49-59.
  • Watzke H, Metzler H, Weltermann A, Marschang P, Brodmann M, Lang W, Pabinger-Fasching I, Mahla E, Kozek-Langenecker S, Guschmann M, Huber K (2013). [Periprocedual management of vitamin K antagonist's with low molecular weight heparins during invasive procedures--Consensus of experts].Wien Klin Wochenschr 125:412-20
  • Agnelli G, Buller HR, Cohen A, Curto M, Gallus AS, Johnson M, Masiukiewicz U, Pak R, Thompson J, Raskob GE, Weitz JI; AMPLIFY Investigators. (2013) Oral apixaban for the treatment of acute venous thromboembolism. N Engl J Med 369:799-808.
  • Hokusai-VTE Investigators, Büller HR, Décousus H, Grosso MA, Mercuri M, Middeldorp S, Prins MH, Raskob GE, Schellong SM, Schwocho L, Segers A, Shi M, Verhamme P, Wells P. (2013) Edoxaban versus warfarin for the treatment of symptomatic venous thromboembolism. N Engl J Med 369:1406-15.
  • Kleinjan A, Di Nisio M, Beyer-Westendorf J, Camporese G, Cosmi B, Ghirarduzzi A, Kamphuisen PW, Otten HM, Porreca E, Aggarwal A, Brodmann M, Guglielmi MD, Iotti M, Kaasjager K, Kamvissi V, Lerede T, Marschang P, Meijer K, Palareti G, Rickles FR, Righini M, Rutjes AW, Tonello C, Verhamme P, Werth S, van Wissen S, Büller HR (2014). Safety and feasibility of a diagnostic algorithm combining clinical probability, d-dimer testing, and ultrasonography for suspected upper extremity deep venous thrombosis: a prospective management study. Ann Intern Med. 160:451-7.
  • Theurl M, Schgoer W, Albrecht-Schgoer K, Lener D, Wolf D, Wolf M, Demetz E, Tymoszuk P, Tancevski I, Fischer-Colbrie R, Franz WM, Marschang P, Kirchmair R (2015). Secretoneurin gene therapy improves hind limb and cardiac ischaemia in Apo E⁻/⁻ mice without influencing systemic atherosclerosis. Cardiovasc Res. 105:96-106.
  • Bleker SM, van Es N, Kleinjan A, Büller HR, Kamphuisen PW, Aggarwal A, Beyer-Westendorf J, Camporese G, Cosmi B, Gary T, Ghirarduzzi A, Kaasjager K, Lerede T, Marschang P, Meijer K, Otten HM, Porreca E, Righini M, Verhamme P, van Wissen S, Di Nisio M. (2016) Current management strategies and long-term clinical outcomes of upper extremity venous thrombosis. J Thromb Haemost. 14:973-81.
  • Reindl M, Reinstadler SJ, Feistritzer HJ, Mayr A, Klug G, Marschang P, Metzler B. (2016) Acute myocardial infarction as a manifestation of systemic vasculitis. Wien Klin Wochenschr. 128:841-843 
  • Beer AG, Zenzmaier C, Schreinlechner M, Haas J, Dietrich MF, Herz J, Marschang P. (2016) Expression of a recombinant full-length LRP1B receptor in human non-small cell lung cancer cells confirms the postulated growth-suppressing function of this large LDL receptor family member. Oncotarget. 7:68721-68733
  • Schreinlechner M, Theurl M, Kirchmair R, Wolfgang-Michael Franz WM,  Marschang P. (2016) Anticoagulation with rivaroxaban after ultrasound-assisted catheter-directed thrombolysis in patients with intermediate highrisk pulmonary embolism–a case series. Interv. Cardiol. 8: 725–730
  • Weitz JI, Lensing AWA, Prins MH, Bauersachs R, Beyer-Westendorf J, Bounameaux H, Brighton TA, Cohen AT, Davidson BL, Decousus H, Freitas MCS, Holberg G, Kakkar AK, Haskell L, van Bellen B, Pap AF, Berkowitz SD, Verhamme P, Wells PS, Prandoni P; EINSTEIN CHOICE Investigators.(2017) Rivaroxaban or Aspirin for Extended Treatment of Venous Thromboembolism. N Engl J Med. 376:1211-1222
  • Noflatscher M, Luger AK, Frank R, Glodny B, Gruber J, Marschang P.(2018) Incidental finding of an absent left common carotid artery. Vasa 47:153-155.
  • Brenner C, Margreitter J, Gratl A, Klocker J, Kirchmair R, Marschang P, Friedrich G, Metzler B, Moes N. (2018) Femoral access site closure without prior femoral angiography: A retrospective analysis. Wien Klin Wochenschr. 130:197-203.
  • Noflatscher M, Moes N, Gassner EM, Marschang P. (2018) Dabigatran added to dual antiplatelet therapy to treat a left ventricular thrombus in a 87 year old patient with myocardial infarction and very high bleeding risk. Front Pharmacol. 9:217.
  • Noflatscher M, Schreinlechner M, Sommer P, Kerschbaum J, Berggren K, Theurl M, Kirchmair R, Marschang P. (2019) Influence of Traditional Cardiovascular Risk Factors on Carotid and Femoral Atherosclerotic Plaque Volume as Measured by Three-Dimensional Ultrasound. J Clin Med. 8:32.
  • Schreinlechner M, Noflatscher M, Kremser C, Steiger R, Grömer J, Theurl M, Kirchmair R, Mayr A, Marschang P. (2019) A Large Bifurcation Angle Is Strongly Associated With Increased Plaque Volume and Plaque Progression. JACC Cardiovasc Imaging. 12: 2087-2088.
  • Weber T, Arbeiter K, Ardelt F, Auer J, Aufricht C, Brandt MC, Dichtl W, Ferrari J, Föger B, Henkel M, Hohenstein-Scheibenecker K, Horn S, Kautzky-Willer A, Kepplinger E, Knoflach M, Koppelstätter C, Mache C, Marschang P, Mayer G, Metzler B, Oberbauer R, Obermair F, Obermayer-Pietsch B, Perl S, Pilz S, Prischl FC, Podczeck-Schweighofer A, Rebhandl E, Rohla M, Roller-Wirnsberger R, Saely CH, Siostrzonek P, Slany J, Stoschitzky K, Waldegger S, Wenzel RR, Weiss T, Wirnsberger G, Winhofer-Stöckl Y, Zweiker D, Zweiker R, Watschinger B. (2019) Austrian Consensus on high blood pressure. Wien Klin Wochenschr  131 (Suppl 6):489-590
  • Schreinlechner M, Noflatscher M, Reinstadler SJ, Sommer P, Lener D, Reiser E, Theurl M, Kirchmair R, Bauer A, Marschang P. (2020) Early onset of menopause is associated with increased peripheral atherosclerotic plaque volume and progression. Atherosclerosis 297:25-31