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Angiologie

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Untersuchung der Arterien

Die wichtigsten Krankheitsbilder die in unserer Ambulanz abgeklärt werden sind Durchblutungsstörungen der Extremitäten Arterien, die sogenannte periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), Verengungen der Halsschlagader (Karotis-Stenose), Ausweitung der Hauptschlagader im Bauch (abdominelles Aortenaneurysma), entzündliche Gefäßerkrankungen (Vaskulitis) sowie durch Kälte ausgelöste anfallsartige Verengungen der Fingerarterien (Raynaud Phänomen).

Üblicherweise erfolgt nach einem ärztlichen Gespräch über die Beschwerden des Patienten (Anamnese) eine körperliche Untersuchung, wobei hier besonders auf den Pulsstatus wert gelegt wird. Anschließend wird eine sogenannte Knöchel/Arm Index Messung durchgeführt, dabei wird simultan der Blutdruck an beiden Armen und Beinen gemessen und das Verhältnis des Blutdrucks zwischen Armen und Beinen ermittelt. Ist dieses Verhältnis unter 0.9 spricht das für das Vorliegen einer pAVK.

Anschließend erfolgt noch die Untersuchung der jeweiligen Blutgefäße mittels Ultraschall (farbkodierte Duplexsonographie). Diese Untersuchung stellt einen Schwerpunkt der arteriellen Gefäßdiagnostik in unserer Ambulanz dar. Mit dieser Methode kann die Blutgefäßwand genau auf atherosklerotische oder entzündliche Gefäßveränderungen sowie auf etwaige Gefäßverengungen oder Gefäßverschlüsse untersucht werden. Mit Hilfe der Duplexsonographie können Engstellen auch vom Schweregrad her genau quantifiziert werden. Nach der Sonographie können üblicherweise die nächsten therapeutischen Schritte geplant werden (konservative Therapie bzw. Gefäßintervention mittels perkutaner transluminaler Angioplastie mit oder ohne Stentimplantation oder eine Gefäßoperation).

Wundambulanz

An unserer Wundambulanz erfolgt die Stadien-gerechte lokale Therapie von Ulzera oder Nekrosen üblicherweise der unteren Extremität. Die Genese der Hautläsionen ist unterschiedlich, es werden sowohl venöse Ulzera als auch Läsionen ausgelöst durch eine schwere pAVK oder durch eine (meist diabetische) Neuropathie, behandelt. Falls es zu Infektionen der Ulzera kommt wird eine antibiotische Therapie gestartet, bei schwereren Läsionen erfolgt üblicherweise eine stationäre Aufnahme zur intravenösen Therapie mit Antibiotika. Bei besonders schweren Verläufen und nicht heilenden Wunden erfolgt auch eine stationäre Therapie mit dem VAC System. Dabei wird über 2-3 Wochen unter 2-3 täglichem Wechsel des Systems ein Unterdruck an der Wunde angelegt was zu einer deutlichen Verbesserung der Wundsekretion und zu einer Besserung der Wundheilung führt.

Untersuchung der Venen

Zur Diagnose von Venenerkrankungen werden neben einer gründlichen Anamnese und der Erhebung eines venösen Status mit Beschreibung von varikös veränderten oberflächlichen Venen, Beinschwellungen und eventuell trophischer Hautveränderungen. Die apparativen Untersuchungen umfassen neben der venösen Lichtreflexionsrheographie insbesondere die sonographische Untersuchung mittels Kompressionssonographie (KUS) und Duplexsonographie. Dabei lässt sich durch eine fehlende Komprimierbarkeit der Vene beziehungsweise ein fehlendes oder pathologisch verändertes venöses Flusssignal  eine Thrombose darstellen, wodurch andere zum Teil invasive und strahlenbelastende Untersuchungen in den meisten Fällen nicht notwendig sind.  Bei Diagnose einer tiefen Venenthrombose (isoliert oder zusammen mit einer Lungenembolie)  wird umgehend eine Therapie mit Antikogulantien eingeleitet sowie ein Kompressionsverband (in der Folge Kompressionsstrumpf) angelegt.  In Anbetracht unserer langjährigen Erfahrung in klinischen Studien mit neuen Antikoagulantien (NOAC) können wir diese Therapie neben der Standard-Antikoagulationsbehandlung mit Vitamin K Antagonisten nun auch in der Routinetherapie von Thrombosen anbieten.

Einen weiteren Schwerpunkt unserer Ambulanz stellt die Abklärung von Venenerkrankungen sowie allfälliger Differentialdiagnosen bei Beinschwellungen dar. Im Vordergrund steht hierbei die Diagnose von Thrombosen der tiefen Bein-und  Beckenvenen.  Aber auch andere, seltenere Lokalisationen von Thrombosen, wie Armvenenthrombosen, Thrombosen der Halsvenen, der unteren Hohlvene sowie der viszeralen Venen (Pfortader, Milzvene, Nierenvenen) sowie oberflächliche Venenentzündungen (Thrombophlebitiden) werden an unserer Ambulanz abgeklärt. Ein sehr häufiges Krankheitsbild stellt die chronische venöse Insuffizienz dar. Seltener Ursachen für eine Beinschwellung, wie ein Lymphödem oder Lipödem werden ebenfalls diagnostiziert.

Verantwortliches Ärztliches Personal

ao.Univ.-Prof. Dr. Rudolf Kirchmair und Dr. Markus Theurl, PhD